Ein Wandererlebnis

… mein Tag mit der Wandergruppe Don Bosco Heiliggeist.

25. August 2026

Pünktlich stehe ich um 9.00 Uhr am Treffpunkt Bankverein. Mein Outfit ist selbsterklärend, zeigt Dazugehörigkeit und lässt keinen Zweifel offen. Ich gehe heute wandern und zwar nicht allein: Ich treffe zum ersten Mal die Wandergruppe. Wissen tun sie davon noch nichts.

Ich gebe zu: Funktionskleider findet man in meinem Kleiderschrank nicht, dafür aber ein paar Wanderschuhe, die ich meistens zur Gartenpflege anziehe. Ansonsten packe ich meinen Rucksack, wie ich es bei meinen Kindern gewohnt bin: UV-Schutz 50, Getränkeflasche, Taschetücher, Sonnenkäpi, Süsses nur im Geheimfach, Brote, die man selbst auch gerne essen mag.

Es regnet in Strömen. Der Sommer hat gefühlte 28 Wochen keinen Tropfen gespendet, heute öffnet der Himmel alle Tore und lässt meinen Rucksack und meine geliehene Jacke ganz schön alt aussehen.

Im Tram Nr. 11 Richtung Flüeh erzählt mir Cornelia, dass die Gruppe in Don Bosco vor über 40 Jahren entstanden ist, dass dort im Schnitt 25 Leute mitliefen und dass sie selbst über ihren Vater und ihre Gotte dazugekommen ist. Sie gehört zu einem der beiden Teams, die das Halbjahresprogramm zusammenstellen, jenes Programm, das ich im Lichtblick veröffentliche. Was ich nicht wusste: Jede Route wird eine Woche vorher probegewandert, es gibt eine Liste mit geeigneten Restaurants, und Tempo, Steigung und Länge stehen in einer App. Wer glaubt, hier laufe einfach jemand los, irrt.

Gestartet sind wir zu sechst, unterwegs kommen weitere dazu. Mit acht Frauen starte ich die Tour und geniesse jeden Moment. Normalerweise wandern hier auch Männer mit. Heute verpassen sie die Tour von Mariastein nach Rotberg, über die St. Anna Kapelle und Metzerlen.

Meine Schuhe sind nicht wasserdicht, das merke ich nach zwanzig Minuten. Und was vorauszusehen war: Wer morgens einen Liter Kaffee trinkt, müsste jetzt dringend auf die Toilette. Ich werde durchhalten. Die Gruppe hat zwei Leitungsteams und zwei Tempi. Cornelia und Christine führen die flachen Touren, Arja und Dana die sportlichen. Über die zweite Variante sagt mir eine Teilnehmerin: „Da kannst du nicht fotografieren oder „öppis anluege“. Das ist Sport, zack, zack.“ Heute ist es anders: die Landschaft fügt sich sanft vor mein Auge, ich esse schon das erste Brot und unterhalte mich sehr angeregt. Genau meins.

Um halb zwölf habe ich einen Mordshunger und zum Glück ist das Mittagessen nah. Im Restaurant Zum Lämmli geniessen wir Nudeln, Schnitzel, leckeren Salat. Herrlich. Am Tisch geht es um Essenskultur in Frankreich, Kaffee und Kuchen in Deutschland und um das Heimweh, wenn man mit 19 jahren aus Finnland in die Schweiz zieht. Die Gruppe ist sehr harmonisch und hat viele tolle Geschichten zu erzählen.

Aussicht hatten wir noch auf die Burgruine Landskron und den Hochblauen. Die Sonne strahlt mittlerweile am Himmel. Rita bringt es auf den Punkt: „Heute haben wir alles gehabt, fast alles, ausser den Schnee.“ Ich bedaure jetzt schon, dass wir fast am Ende der Wanderung sind. Schön wars, auf bald!

Die Wandergruppe ist seit über 40 Jahren zu Fuss unterwegs und damit das so bleibt, sucht das Leitungsteam Verstärkung: Menschen, die gerne abwechslungsreiche Touren im U-Abo-Bereich führen und Laune auf gemeinsames Wandern haben.

Cornelia Epprecht freut sich über Ihren Anruf, Tel. 061 302 85 47, oder corneliaepprecht@bluewin.ch.

Und ganz ehrlich: Es lohnt sich. Schon wegen der Aussicht, die man diesmal selbst ausgesucht hat!

Katharina Mey
Kommunikation & Projekte, Pfarrei Heiliggeist
Fotos: Cornelia Epprecht & Katharina Mey